Schutz durch Therapie (n = n)

Eigentlich ist es ganz einfach:

Medikamente unterdrücken HIV im Körper so gut, dass HIV nicht mehr messbar und deshalb auch nicht übertragbar ist.
Das nennt man „n = n“ ("nicht messbar" = nicht übertragbar").

HIV-positive Menschen, die eine erfolgreiche Therapie einnehmen, schützen ihre HIV-negativen Sexpartner*innen zuverlässig vor einer HIV-Übertragung (Schutz durch Therapie).

Im täglichen Miteinander ist HIV ohnehin nicht übertragbar – unter Therapie nicht einmal beim Sex.

Voraussetzung für „Schutz durch Therapie“ ist, dass die HIV-positive Person täglich ihre Medikamente nimmt, ihre Viruslast seit mindestens einem halben Jahr unter der Nachweisgrenze liegt und der Erfolg der Therapie regelmäßig überprüft wird.

Dass unter erfolgreicher Therapie selbst beim Geschlechtsverkehr keine HIV-Übertragung mehr möglich ist, beweisen mittlerweile mehrere große Studien. Beobachtet wurden in den Studien Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male auf Kondome verzichteten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Entscheidend ist, dass Sexpartner*innen eine gemeinsame Vertrauensbasis haben und offen über „Schutz durch Therapie“ reden können. Bei offenen Fragen oder Unsicherheiten beraten wir gern.

Mehr zur Viruslast

Die HIV-Medikamente verhindern im Körper eines HIV-positiven Menschen die Vermehrung des Virus. Nach einiger Zeit ist bei einer erfolgreichen Therapie im Blut kein HIV mehr nachweisbar. Man spricht dann von einer „Viruslast unter der Nachweisgrenze“. Kurz darauf befinden sich dann auch in Sperma, Scheidenflüssigkeit und in den Schleimhäuten kaum noch HI-Viren. Eine Übertragung von HIV auf Sex-Partner*innen ist dann nicht mehr möglich.

Auf Kondome kann verzichtet werden, wenn eine HIV-positive Person täglich ihre Medikamente nimmt, ihre Viruslast mindestens seit einem halben Jahr unter der Nachweisgrenze liegt und sie den Erfolg der Therapie regelmäßig prüfen lässt.