PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe)

PrEP steht für "Prä-Expositions-Prophylaxe" und bedeutet „Vor-Risiko-Vorsorge“.

Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen vorbeugend HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.

Die PrEP schützt ebenso zuverlässig vor einer HIV-Übertragung wie Kondome und "Schutz durch Therapie".

Die PrEP schützt allerdings nicht vor anderen STIs (sexuell übertragbaren Infektionen).

PrEP immer mit ärztlicher Begleitung

Die PrEP ist auf Privatrezept erhältlich und muss privat bezahlt werden (ca. 60 Euro pro Monatspackung). Hinzu kommen Kosten für notwendige Vor- und Kontrolluntersuchungen, denn eine PrEP-Einnahme ist nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert. Wer sich für eine PrEP entscheidet, sollte sich vorher auf HIV und Hepatitis B testen lassen und die Nierenwerte überprüfen lassen, denn die PrEP ist für Personen mit eingeschränkter Niederenleistung ungeeignet. Wenn eine Person mit unentdeckter HIV-Infektion die PrEP einnimmt, können Resistenzen entstehen, welche später die Behandlung der HIV-Infektion erschweren.

Dauer-PrEP

Zuverlässig vor HIV schützt die tägliche Einnahme einer Tablette Truvada (oder wirkstoffgleiches Nachahmerpräparat). Empfohlen wird, die Tabletten immer zur selben Zeit (z. B. um 20 Uhr) und zusammen mit einem Snack einzunehmen. Die meisten Ärzt*innen gehen davon aus, dass ein zuverlässiger Schutz vor HIV nach vier bis fünf Tagen erreicht ist.

Die PrEP darf in Deutschland lediglich als Dauermedikation verschrieben werden. Eine Variante ist die „Urlaubs-PrEP“: Hierbei fängt man vier bis fünf Tage vorher mit der täglichen PrEP an, macht den Urlaub über weiter und hört zwei Tage nach dem Urlaubsende damit auf (Einnahme immer im 24-Stunden-Abstand).

Eine Kurzzeit-PrEP, z.B. eine Einnahme nur für ein Wochenende, ist zurzeit nicht vorgesehen, zumal die Datenlage zur Wirksamkeit bei dieser Einnahmeform derzeit noch unsicher ist.