Welt-Aids-Tag

29. Februar 2016

Weltweit leben etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Rund 2,1 Millionen kommen pro Jahr dazu. Noch längst nicht alle haben Zugang zum HIV-Test und zu den lebensnotwendigen Medikamenten. Und noch immer erleben HIV-Positive Ausgrenzung und Stigmatisierung. Am 1. Dezember findet deshalb jedes Jahr der Welt-Aids-Tag statt. Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist – und zu zeigen, dass wir alle positiv zusammen leben können. Außerdem müssen überall die notwendigen Mittel bereitgestellt werden, damit sich Vorbeugung, Aufklärung, Behandlung und Hilfe für die Betroffenen an ihren Lebensrealitäten orientieren können.

2017 findet der Welt-Aids-Tag zum 30. Mal statt. Seit 1988 wird er jährlich am 1. Dezember begangen. Mit zahlreichen spannenden Aktionen erinnern Aidshillfen und andere Organisationen weltweit an diesem Tag an HIV und Aids, und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit den von HIV betroffenen Menschen zu zeigen.

www.welt-aids-tag.de

 

Niedrige Neuinfektionsraten - aber zu viele Spätdiagnosen

In Deutschland leben etwa 87.000 Menschen mit HIV. Diese Zahl steigt seit Jahren, weil nur noch relativ wenige Menschen an den Folgen der HIV-Infektion sterben.

Im Jahr 2016 infizierten sich, genau wie im Jahr 2015, rund 3.100 Menschen mit HIV; die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist damit weiterhin stabil und im europäischen Vergleich sehr niedrig. Der Anteil der am stärksten betroffenen Gruppe – schwule und bisexuelle Männer – ist in den letzten Jahren leicht gesunken. Ebenso ist die Zahl der HIV-Diagnosen bei Menschen, die nicht aus Deutschland stammen, im letzten Jahr zurückgegangen. Demgegenüber sind die HIV-Infektionen durch intravenösen Drogenkonsum gestiegen.

Fast ein Drittel der HIV-Diagnosen in Deutschland sind so genannte Spätdiagnosen – das bedeutet, dass die Menschen zum Zeitpunkt der Diagnose in vielen Fällen bereits an Aids erkrankt sind. Trotz flächendeckender HIV-Testangebote und gesicherter Behandlungsmöglichkeiten lebten sie zuvor jahrelang mit HIV, ohne es zu wissen. Noch immer ist Sexualität in manchen gesellschaftlichen Bereichen mit Tabus belegt, und noch immer führt das mit HIV/Aids verbundene Stigma dazu, dass sich Menschen nicht mit diesem lebensrelevanten Thema auseinandersetzen.

Tabus, Scham und Angst vor einem positiven Testergebnis halten Menschen vom HIV-Test ab – und damit von einer Therapie. Zudem denken Ärzt*innen oft nicht daran, einen HIV-Test anzubieten, wenn eine Patientin oder ein Patient nicht zu einer Hauptbetroffenengruppe gehört.

Die weltweite Organisation UNAIDS hat mehrere Sofortziele beschlossen, die es bis zum Jahr 2020 zu erreichen gilt – unter anderem die „90-90–90“-Ziele: 90 Prozent aller HIV-Positiven sollen von ihrer Infektion wissen, 90 Prozent aller Diagnostizierten sollen Zugang zu Behandlung haben, und bei 90 Prozent der Behandelten soll kein Virus mehr nachweisbar sein.

Deutschland kann für diesen Zielkorridor bereits gute Erfolge verbuchen:

86% der HIV-infizierten Menschen in Deutschland wissen von ihrer Infektion, 86% von ihnen nehmen täglich Medikamente gegen die Infektion, davon ist bei bei 93% die Behandlung so gut wirksam, dass HIV nicht mehr nachweisbar und nicht mehr übertragbar ist.